Herbst

Romeo oder die Überraschung aus dem Waschlappen

Es regnet am Freitag, den 24.September, doch voller Erwartung stehen die kleinen Wiesel im Morgenkreis. Mit ihnen ist Frau Ingrid Kaipf vom Lehrstuhl für Tierphysiologie in Tübingen. Von dem kleinen weiteren Gast ahnen sie noch nichts. Gespannt sammeln sie sich um die Expertin, um von ihr mehr über Fledermäuse zu erfahren. Sie hören, dass die kleinen Tiere sich von Heuschrecken, Käfern und Spinnen ernähren und wie groß und schwer die einzelnen Arten sind. Dabei hat Frau Kaipf eine leicht vorstellbare Maßeinheit gefunden: Sie misst in Gummibärchen.

So ist die kleinste Fledermaus, die Zwergfledermaus, gerade einmal vier Gummibärchen schwer, während die großen Mausohrfledermäuse im Schnitt 30 Gummibärchen auf die Waage bringen. Damit man sich das leichter vorstellen kann, gibt es Modelle aus Papier und Plastik. Doch alle Modelle können nicht mit der Natur selbst mithalten. Denn als Frau Kaipf einen am Körper gewärmten Waschlappen hervorholt, können die Kinderaugen nicht von ihr lassen: Aus dem Waschlappen schlüpft tatsächlich eine kleine, kräftige Fledermaus mit Namen Romeo. Seine Mutter konnte die Zwillingsschwester und ihn nicht beide ernähren und so kam der kleine Fledermäuserich zu den Menschen. Dort geht es ihm sichtlich gut, denn im Moment wiegt er etwa 40 Gummibärchen und ist somit fit für den Winterschlaf. Geradezu im Flug eroberte sich der kleine Kerl nun alle Kinderherzen. Nicht nur die kleine Julia war hier von Romeo begeistert…

Krippenspiel im Winter...